Kunde: Müssle Feinkost
Text: Direktwerbeaktion „Müssles Kulinarische Reisen“
Umfang: Periodika
Bestehend aus: Broschur (16 Seiten), Begleitbrief, Kuvert

Mailänder Impressionen oder: Eine ‘Lanze’ für die Spontanität!
Als Spezialist für kulinarische Feinheiten suchen wir stets nach dem Besonderen, Erlesenen, Außergewöhnlichen. Doch diese Köstlichkeiten präsentieren sich nicht an jeder Ecke. Oft suchen wir lange und gezielt nach einem Partner für eine ganz besondere Spezialität. Nicht selten sind es aber auch die spontanen Eingebungen, die uns auf etwas Neues stoßen lassen, uns mit Menschen und deren Angeboten zusammenführen, die genau zu uns, zu unserem Feinkostgeschäft passen, die Ihre Wünsche und Erwartungen erfüllen. Doch der Reihe nach. Kurz vor unserer diesjährigen Frühjahrsreise nach Italien lasen wir in ‘Essen & Trinken’ einen Artikel über Carlo Cattaneo, den Züchter der legendären Sieneser Gürtelschweine. Spontan, aber ohne große Erwartungen, riefen wir auf Gut Massanera an.

Carlo Cattaneo war so freudig überrascht über diesen ersten Anruf aus Deutschland, daß er uns spontan auf sein Gut Massanera einlud. Ein Anfang war gemacht. Unsere erste Reisestation sollte Mailand heißen. Dort wollten wir uns schon immer mal beim legendären ‘Peck’, dem ‘Tempel der italienischen Gastronomie’, umschauen. Maximilian – schon heute ganz Junior-Chef – suchte und fand im Hotelführer eine Adresse, die, nach telefonischem Avis, auch bereit war, uns Logis zu gewähren. Doch Mama mia, vor was für einem Palazzo fuhren wir da vor. Begeisterung stritt mit ungläubigem Staunen, Zustimmung haderte mit dem Reisebudget. Und erst als uns der Empfangschef die Räumlichkeiten zum halben Preis anbot (wir wissen heute noch nicht weshalb), konnten wir uns so richtig freuen über diese Entdeckung und entschlossen uns zu bleiben. Natürlich hat es etwas, wenn man in einem guten Hause logiert. Die Empfehlung und Reservierung fürs Abendessen bei ‘Giannino’ war so top, daß wir Ihnen diese Adresse mit Freude weiterreichen.
Eine extra für uns ‘organisierte’ Reiseleiterin ließ uns in 3 Stunden ‘Milano kompakt’ erleben, und natürlich war auch der Besuch bei Peck ein Erlebnis und eine Inspiration zugleich. So hatte unser erster Tag doch auch etwas Kulinarisches, über das sich zu berichten lohnt.Unsere Spontanität ging so weit, daß wir nicht einmal einen Termin mit Carlo Cattaneo vereinbart hatten. Doch ‘glückliches Italien’, als wir anriefen, lautete die Frage nur: «Wo seid ihr?» Wir: »In Mailand!« Er: »Dann seid ihr in 2 Stunden da. Bis bald!«
Wir wurden empfangen, bekamen Logis, waren zu Hause’, als wär’s das Selbstverständlichste von der Welt. Und dann begann Carlo Cattaneo, uns seine Geschichte zu erzählen. Und die geht – natürlich und leider sehr verkürzt – in etwa so:

Carlo Cattaneo oder: Das Land der glücklichen Schweine.

Erst 1987 gab Carlo Cattaneo seine Karriere als Tuchhändler ‘an der Garderobe ab’, um sich fortan und mit all der Leidenschaft des Südländers den bedrohten Schweinen zu widmen. Damals begegnete er beim Waldspaziergang einer kleinen Herde ‘Cinta’ – so heißen die possierlichen Tiere –, erinnerte sich seiner Wurzeln auf dem Land, und die Dinge nahmen ihren Lauf. Heute leben schon 300 Tiere auf Massanera, und das unter wahrlich paradiesischen Verhältnissen. Doch etwas anderes würde dieses ‘Adelsgeschlecht’ unter den Schweinen auch nicht dulden. Wer das Sieneser Gürtelschwein domestizieren will, wird kläglich scheitern. Auf Massanera leben Eber, Sauen und Frischlinge auf dem 95 Hektar großen Gut wie in freier Natur. Sie spazieren durch Eichenwälder, schmusen in naturbelassenen Suhlen, gebären ihre Jungen ohne fremde Hilfe und ernähren sich überwiegend von dem, was die Natur ihnen zu bieten hat. Das Ergebnis ist nicht nur eine Tierhaltung, die jeden Tierschützer entzückt, sondern vor allem bestes Fleisch, aus dem Carlo Cattaneo exzellenten Schinken und überaus delikate Salami herstellen läßt. »Leider«, erzählt er uns, »dürfen wir nach EU-Richtlinien nur 2 Schweine im Jahr selbst und für den Eigenbedarf schlachten. Es wäre mir lieber, wenn meine ‘Cinta’ bis zum letzten Atemzug glückliche Schweine wären!« Den ‘Cinta’, die – dank Carlo Cattaneo und einigen Gesinnungsgenossen – nun wohl nicht vom Aussterben bedroht sind, verdanken zumindest wir drei herrliche Tage auf Massanera. Ein bißchen Atmosphäre noch zum Schluß. Bei einem Abendessen in der antiquaren Küche mit dem rustikalen Ambiente, lernen wir noch einen jener ‘Typen’ kennen, die, mit einer bewundernswerten Mischung aus Besessenheit, Eigensinn, Risikobereitschaft und Durchhaltevermögen, Italien zum Feinschmeckerland gemacht haben. Mit seinen 300 Schafen zieht er durch das Vorland des Apennin. Eher nebenbei macht er einen Käse der Extraklasse. Steckt den Rohling in ein Faß, bedeckt ihn mit Stroh, stapelt den nächsten darüber…. Auf Äußerlichkeiten legt er keinen Wert. Warum auch? Der Käse wird – nach sechs Monaten Reife – von der Feinschmekker-Gastronomie der Region sofort weggekauft. Schade, denn so können wir Sie nur sporadisch damit erfreuen.

»Maximare« oder die ‘Taufe’ einer Müssle-Spezialiät.

Die schönsten Geschichten schreibt eben doch das Leben. Wir erwähnten es schon, Sohn Maximilian durfte zum ersten Mal mit auf Geschäftsreise. Früh übt sich … Schließlich hat er uns vor Tagen erklärt: Er sei sich jetzt darüber im klaren, das Geschäft später mal zu übernehmen. Schau’n mer mal! Beim Besuch in einer der Trattorias, in die uns Carlo Cattaneo führte, war es Max, der plötzlich ausrief: »Papa, schau mal, die haben ja unseren ‘Limoncelli’!« Und tatsächlich, bei den dekorierten Spirituosen stand auch eine Flasche ‘Liquore di Limoni’. Ein Limonenlikör mit fruchtigem, raffiniertem Aroma, den wir seit einiger Zeit führen. Als wir in der Runde erzählten, daß wir mit eben diesem ‘Liquore’ ein Sommerdessert kreiert haben, beschloß die Runde einhellig, dieses könne nur ‘Maximare’ heißen. Hier also ein Tip für heiße Sommertage und -nächte: Maximare. ‘Liquore di Limoni’ über Erdbeeren, Semi-fredo serviert. Und wenn wir gerade dabei sind, noch ein cooler Sommerdrink mit ‘Liquore di Limoni’: Schneiden Sie eine kleine Zitrone in Schnitze; stellen Sie diese, eingelegt in einem Proseccosud (1/4 Liter), in den Kühlschrank; gießen Sie den Sud mit dem restlichen Prosecco unmittelbar vor dem Servieren in eine Karaffe, und fügen Sie einen Schuß ‘Liquore di Limoni’ hinzu. »Fantastico!«

Antonio Mattei aus Prato.

»Ihr sucht einen Mandelbrot-Bäcker? Da kommt nur ‘Antonio Mattei’ in Prato in Frage!« Carlo Cattaneo kennt die feinen Adressen der Toscana wie seine Westentasche. Seit 1858 betreibt die Familie Mattei in Prato, nahe Florenz, eine traditionsreiche ‘Biscottificio’. Es werden nur ganz wenige Spezialitäten hergestellt, unter anderem das ‘Mattonella’, das typische Mandelbrot. Zu Mattei geht ‘man’ nicht einfach hin. Zu Mattei wird ‘man’ geladen. Also werden wir beim ersten ‘Anlauf’ prompt abgewiesen. Etwas konsterniert waren wir schon. Aber als uns der Patrone am nächsten Tag den Betrieb zeigt wird klar: Bei Mattei kann man nicht einfach – größere Mengen – mitnehmen, denn die Tagesproduktion ist fast immer im voraus ausverkauft. Während der Betriebsführung ordern wir einige Mattonella-Variationen und wundern uns: »Der Patrone macht sich keine Notizen!?!« Nicht nur, daß die Ware schon vor uns in Pforzheim ankommt, Auswahl und Stückzahlen stimmen aufs genaueste. Sage einer, auf Italiener sei kein Verlaß!

Ein Abstecher nach Südtirol.

Auf der Vinitaly lernen wir – beim Essen auf dem Castello des Franco Tomasi – Retto Net, den Prokuristen des traditionsreichen Weingutes ‘Emil Nüesch’ kennen. Und wieder kommt es zu einer spontanen Einladung auf das Gut ‘Ritterhof’, die wir – der Termin paßte perfekt in unsere Rückreiseplanung – gerne annehmen. Und so haben wir die Freude, den Wein (und nicht nur diesen) zu kosten, der ein paar Tage zuvor eine Auszeichnung in Verona erhielt. Hannes Bernard, Kellermeister bei Emil Nüesch, führt uns ins Allerheiligste, und dort entdecken wir eine ganze Reihe Barique-Fässer von Louis Latour aus Beaune. »Weißt Du,« (inzwischen hat uns Retto Net offensichtlich ins Herz geschlossen), »mit Louis bin ich seit vielen Jahren befreundet. Er überläßt mir seine Barique-Fässer nach der ersten Abfüllung. So haben wir optimale Voraussetzungen, unsere eigenen Barique-Weine auszubauen. Wir ordern einen »Südtiroler Vernatsch DOC«, einen leichten, aber gehaltvollen Rotwein, der wunderbar zum Südtiroler Kellerspeck paßt, nach dem es auch dieses Jahr wieder in allen Gassen, an jeder Ecke duftet.

Italien bei Müssle oder: Herzlich willkommen zum Swing-Festival,
am Samstag, den 3. Juli

Haben Sie Lust bekommen, die eine oder andere Spezialität selbst zu kosten? Dann kommen Sie am 3. Juli auf einen Sprung vorbei. Anläßlich des Goldschmiedemarktes mit Swing-Festival haben wir auch unser Geschäft bis 20 Uhr geöffnet. Natürlich werden wir soviel ‘Italien’ zaubern wie irgend möglich, und – wenn das Wetter mitspielt – werden Sie die Toscana fühlen, riechen und schmecken. Wir freuen uns schon heute. Bis bald, bei

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